Vor über 500 Jahren wurde die Scheeßeler Wassermühle an ihrem heutigen Standort erbaut. Im 30-jährigen Krieg wurde sie von kaiserlichen Truppen zerstört, sodass Müller und Mahlgäste gezwungen waren, die Mühle auf eigene Kosten wieder aufzubauen.

Diese Mühle bestand bis zum Jahr 1829. Konkurrenz, die den Müller zu einer Verbesserung der Technik hätte zwingen können, gab es nicht. Vielmehr hatte der Scheeßeler Müller gegenüber den Bauern eine Monopolstellung inne, und die sogenannten Mahlgäste waren in Wirklichkeit Zwangskunden. Sie mussten ihr Korn auf der Scheeßeler Mühle mahlen lassen. Die Preise waren reguliert.
1829 wurde die Mühle neu gebaut, da für den florierenden Handel Lagerraum und neue Maschinen benötigt wurden.

War der Müller anfangs Pächter der Mühle, so konnte er sie 1859 vom hannoverschen Fiskus kaufen. Ende des 19. Jahrhundert wurden weitere Umbauten und Erweiterungen an der Mühle vorgenommen. Die rasante wirtschaftliche Entwicklung des 19. Jh. führte 1869 zu einer Verdrängung der traditionellen Lohnmüllerei zugunsten der Handelsmüllerei. Das heißt, der Müller vermahlte nicht nur das Korn der Bauern gegen Entgelt, sondern er kaufte selbst Korn, um es dann als Mehl weiterzuverkaufen.




Bis 1999 war die Mühle in gewerblichem Betrieb. Danach war eine kommerzielle Nutzung nicht mehr sinnvoll, da weder Räumlichkeiten, noch Maschinen modernen Anforderungen genügten.
Vertiefende Geschichtshintergründe auf: www.scheesseler-muehle.de | Wikipedia/Wassermühle Scheeßel
